08.04.2026

Fleischverzehr steigt im dritten Jahr in Folge

© BLE Bonn, 08. April 2026 - Der Fleischverzehr in Deutschland ist bereits im dritten Jahr in Folge gestiegen. Nach vorläufigen Berechnungen lag der Pro-Kopf-Verzehr im Jahr 2025 bei 54,9 Kilogramm – das entspricht einem Zuwachs von 1,4 Kilogramm gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt erhöhte sich der Fleischverzehr um 2,7 Prozent auf rund 4,6 Millionen Tonnen.

Geflügel wächst dynamisch – Schwein bleibt Spitzenreiter
Besonders dynamisch entwickelte sich der Geflügelfleischmarkt. Der Pro-Kopf-Verzehr stieg 2025 um ein weiteres Kilogramm auf ein Rekordniveau von 14,7 Kilogramm. Damit entfällt knapp 27 Prozent des gesamten Fleischverzehrs auf Geflügel. Trotz dieser Entwicklung bleibt Schweinefleisch die wichtigste Fleischart in Deutschland. Mit durchschnittlich 28,3 Kilogramm pro Person macht es rund 52 Prozent des gesamten Fleischverzehrs aus. Nach zwei Jahren stabilen Konsums konnte hier wieder ein leichter Anstieg verzeichnet werden.

Auch der Verzehr von Rind- und Kalbfleisch legte trotz gestiegener Verbraucherpreise leicht zu und erreichte 9,7 Kilogramm pro Kopf – ein Plus von rund 200 Gramm im Vergleich zum Vorjahr.

Fleischerzeugung leicht rückläufig
Während der Verbrauch zunahm, ging die inländische Fleischerzeugung leicht zurück. Die Nettofleischproduktion sank 2025 um 0,3 Prozent auf 7,3 Millionen Tonnen Schlachtgewicht. Hauptursache waren rückläufige Rinderschlachtungen, wodurch die Produktion von Rind- und Kalbfleisch um sechs Prozent sank.
Die Geflügelfleischerzeugung blieb mit rund 1,5 Millionen Tonnen knapp unter dem Vorjahresniveau, unter anderem beeinflusst durch die Vogelgrippe. Dagegen konnte die Schweinefleischproduktion um 1,1 Prozent zulegen. Stabilere Bestände und ein höheres Schlachtgewicht pro Tier wirkten hier unterstützend.

Importe steigen deutlich
Zur Deckung des gestiegenen Bedarfs nahmen die Importe von Fleisch und Fleischwaren deutlich zu. Sie stiegen um nahezu elf Prozent auf rund 3,6 Millionen Tonnen. Besonders gefragt waren Rind-, Geflügel- und Schaffleisch aus dem Ausland.
Die Exporte legten dagegen nur moderat um gut ein Prozent zu, übertrafen jedoch weiterhin die Einfuhren.

Selbstversorgungsgrad sinkt leicht
Die insgesamt verfügbare Fleischmenge erhöhte sich 2025 um 4,5 Prozent auf 6,37 Millionen Tonnen. Bei leicht rückläufiger inländischer Produktion sank der Selbstversorgungsgrad von 119,1 Prozent im Jahr 2024 auf 114,6 Prozent.
Innerhalb der einzelnen Fleischarten zeigen sich deutliche Unterschiede: Während bei Schweinefleisch rechnerisch ein Selbstversorgungsgrad von 139 Prozent erreicht wird, liegt dieser bei besonders gefragten Teilstücken deutlich niedriger. Bei Rindfleisch wurde erstmals die Marke von 100 Prozent unterschritten, und auch Geflügelfleisch bleibt mit 91,3 Prozent unterhalb der Vollversorgung.

Fazit
Die Entwicklung der vergangenen drei Jahre zeigt eine stabile Erholung des Fleischkonsums in Deutschland. Gleichzeitig verdeutlichen rückläufige Produktionsmengen und steigende Importe die zunehmende Bedeutung internationaler Märkte für die Versorgung.