25.03.2026
Die Betäubung der Schweine mit CO2 ist ein weltweit angewendetes Verfahren
© Visio, VDF
Bonn, 25. März 2026 - In Deutschland ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass alle Tiere vor dem Schlachten betäubt werden, um sie soweit wie möglich vor Schäden, Schmerzen und Leiden zu bewahren. Die völlige Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit nach der Betäubung bis zum Tod muss sichergestellt sein. Die Betäubung der Tiere unterliegt der amtlichen Veterinärkontrolle. Ohne die Anwesenheit des amtlichen Überwachungspersonals darf ein Schlachtbetrieb seinen täglichen Betrieb nicht beginnen.Für die Betäubung von Schlachtschweinen kommen vor allem elektrische Verfahren sowie die Betäubung mit Gas zum Einsatz. Die Gasbetäubung mit CO2 ist ein weltweit etabliertes und in der EU rechtlich zugelassenes Verfahren. Sie ist gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 erlaubt und stellt innerhalb der EU das am häufigsten eingesetzte System zur Betäubung von Schlachtschweinen dar.
Vorgehensweise
Bei der CO2 Betäubung werden die Tiere in einer Gondel in eine mit CO2 gefüllte Umgebung gefahren. Ein großer Vorteil der Methode ist, dass die Tiere beim Zutrieb nicht vereinzelt werden müssen und sich dadurch ruhig bewegen. Das Laufen in der Gruppe entspricht dabei dem natürlichen Verhalten der Tiere.
Die Methode ist zudem in der Anwendung besonders sicher, da der Betäubungsprozess von menschlichen Fehlereinflüssen frei ist und auch die technische Betriebsüberwachung der Anlage automatisiert ist. Die Betäubung hält zudem ausreichend sicher und lange an, so dass die Tiere bis Eintritt des Todes die Wahrnehmung nicht wiedererlangen. Zudem arbeiten Schlachthöfe in Deutschland, die die CO2-Betäubung anwenden, mit einer höheren Konzentration des Gases sowie einer längeren Verweildauer als gesetzlich vorgeschrieben, um eine tiefe und sichere Betäubung der Tiere zu gewährleisten.
Um das Verfahren der CO2-Betäubung weiter zu verbessern, beteiligt sich die Fleischwirtschaft an Forschungsprojekten, in denen der Einsatz verschiedener anderer Gase (wie Argon, Helium oder Stickstoff) oder deren Beimischung getestet wird. Praxisreife Verfahren, die entscheidende Verbesserungen erbringen oder nicht andere gravierende Nachteile aufweisen, konnten mit den oben genannten Gasen bisher weder in Deutschland noch in anderen Ländern der Welt entwickelt werden. Hier besteht weiterer Forschungsbedarf.
Die Schlachtbetriebe investieren erhebliche Summen in die Optimierung bestehender Gasbetäubungsverfahren und beteiligen sich ebenfalls an Forschungsprojekten, an denen auch wissenschaftliche Einrichtungen wie das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) beteiligt sind.
