Verband der Fleischwirtschaft e.V. - VDF

Meldung vom 11.06.2007

Brasiliens Fleischexporte weiterhin auf dem Vormarsch

Brasiliens Fleischexporte (Januar bis April)

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VDF, 11.06.2007 - Die bislang verfügbaren Statistiken über die brasilianischen Exporte im laufenden Jahr zeigen für den Zeitraum von Januar bis Ende April einen weiteren kräftigen Anstieg der Rindfleischexporte. Diese stiegen um 133.000 t bzw. 41 % auf insgesamt 455.100 t.

Besonders deutlich fiel der Anstieg der Exporte von gefrorenem Rindfleisch aus
(+127.100 t auf 413.700 t). Russland blieb nach wie vor größter Handelspartner Brasiliens auf diesem Sektor. Auch die Lieferungen nach Ägypten und in den Iran, die in den 90er Jahren wichtige Abnehmer für gefrorenes Rindfleisch aus der EU waren, verzeichneten starke Zuwächse. Dagegen war die Ausdehnung der Exporte von gekühltem Rindfleisch vergleichsweise verhalten (+6.300 t auf 41.400 t).

Die Exporte von verarbeitetem Rindfleisch stiegen seit Beginn des laufenden Jahres um 16 % auf 72.400 t. Dabei hat das Vereinigte Königreich die USA als Hauptabnehmer auf diesem Sektor verdrängt.

Wenngleich mit einem geringeren Tempo als in den vergangenen Jahren wird die brasilianische Rindfleischproduktion auch in diesem Jahr voraussichtlich zulegen. Das bedeutet, dass der Export im weiteren Verlauf des Jahres 2007 einen weiteren Schub bekommen könnte.

Die finanzielle und wirtschaftliche Konzentration in der brasilianischen Fleischindustrie nahm in den letzten Jahren stark zu. Die Hauptspieler am Markt investieren verstärkt in neue Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe. Dabei sind die neuen russischen Einfuhrhindernisse kein gutes Zeichen für brasilianische Versender. Russland erwägt dennoch, Kolumbien und möglicherweise auch Mexiko für den Export in den russischen Markt als weitere Alternativlieferanten zuzulassen, obwohl die Betriebe dieser Länder der brasilianischen Konkurrenz nicht im geringsten gewachsen sind. Brasilien weitet indessen seine Exportgeschäfte auf Nordafrika und den mittleren Osten aus.

Der von der EU ausgeübte Druck auf Brasilien hinsichtlich Verschärfung der Anforderungen für das eingeführte Fleisch (Rückstandskontrollpläne, mehr MKS-Sicherheit etc.) bereitet den brasilianischen Anbietern größere Sorgen. Die Aufhebung der EU-Einfuhrsperre für Fleisch aus den brasilianischen Bundesstaaten Sao Paulo, Mato Grosso do Sul und Paraná scheint in weite Ferne zu rücken. Die EU droht mit einer weiteren Verschärfung der Einfuhrrestriktionen, sollten die o.g. Anforderungen nicht bis Ende des Jahres bzw. bis zur nächsten EU-Inspektionsreise erfüllt worden sein. Inzwischen hat aber die OIE den Bundesstaat Santa Catarina offiziell als „MKS-frei ohne Impfung“ deklariert.

Auch die Schweine- und Geflügelfleischexporte nahmen in den ersten 4 Monaten des laufenden Jahres zu, nachdem diese im vergangenen Jahr einen z. T. kräftigen Dämpfer erlitten. Die Schweinefleischexporte Brasiliens gingen im Jahr 2006 um 16 % zurück. Dahinter steckte in erster Linie der Rückgang der Ausfuhren nach Russland im Zusammenhang mit MKS-Bedenken. Zwar hat sich die Situation in den ersten 4 Monaten des laufenden Jahres verbessert, die Exporte blieben jedoch deutlich unter dem Niveau des ersten Quartals des Jahres 2005. Deutlich zugenommen haben hingegen die Lieferungen von Schweinefleisch in die Ukraine und nach Singapur.

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