Verband der Fleischwirtschaft e.V. - VDF

Meldung vom 08.02.2019

China – Schweinefleischimporte im Jahr 2018 gedrosselt

Entwicklung der chinesischen Schweinefleischimporte inkl. Nebenerzeugnisse 2016-2018

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VDF, 08.02.2019 - Im Jahr 2018 hat China deutlich weniger Schweinefleisch als in den Jahren 2016 und 2017 importiert. So beliefen sich die chinesischen Einfuhren von frischem und gefrorenem Schweinefleisch im gesamten Jahr 2018 auf 1,2 Millionen Tonnen, 2 % (bzw. 24.000 Tonnen) weniger als 2017. Darüber hinaus wurden 947.000 Tonnen Schweineschlachtnebenerzeugnisse eingeführt, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 23 % (290.000 Tonnen) entspricht.

Ferner gab es bei den Zulieferern im Jahr 2018 eine große Verschiebung. Deutschland überholte Spanien als größten Anbieter von frischem und gefrorenem Schweinefleisch auf dem chinesischen Markt. Die Einfuhren aus Deutschland stiegen im gesamten Kalenderjahr 2018 um 8 % bzw. 16.600 Tonnen, während die Lieferungen aus Spanien um 8% oder 17.900 Tonnen zurückgingen. Der Anstieg der deutschen Exporte folgt der Wiederzulassung einiger gesperrter Betriebe nach einer vorübergehenden Unterbrechung des Zugangs im Jahr 2017. Die Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich verzeichneten im Jahresverlauf einen Anstieg um fast 4.000 Tonnen auf insgesamt 50.000 Tonnen.

Die Importe von frischem und gefrorenem Schweinefleisch aus den USA gingen aufgrund des anhaltenden Handelskrieges zwischen den beiden Ländern im Jahresvergleich um 48 % bzw. 80.000 t zurück. Als Vergeltung für die Anhebung der US-amerikanischen Zölle für Stahl- und Aluminiumerzeugnisse aus China hat die chinesische Regierung die Einfuhr von Schweinefleisch und Innereien aus den USA mit zusätzlichen Zöllen (+50 %) belastet. Unterdessen importierte China im Jahr 2018 mit insgesamt 150.000 t mehr als das Dreifache an Schweinefleisch aus Brasilien im Vergleich zu 2017. Die deutliche Steigerung hängt aber auch mit der zeitweiligen Schließung des russischen Marktes für brasilianisches Schweinefleisch zusammen.

In der Vergangenheit waren die USA der Hauptlieferant von Schlachtnebenerzeugnissen nach China. Die anhaltenden Handelsspannungen haben jedoch zu einem erheblichen Rückgang der chinesischen Importe dieser Sparte geführt, der vor allem auf den großen Einbruch der US-Lieferungen zurückzuführen ist. Im Jahr 2018 gingen die chinesischen Importe von Innereien aus den USA im Vergleich zum Vorjahr um 57 % bzw. 240.000 Tonnen zurück. Auch die Lieferungen aus Dänemark, Deutschland, Kanada und Spanien verzeichneten einen Rückgang, die Einfuhren aus Großbritannien blieben weitgehend stabil.

Insgesamt spiegelt der Druck auf die Importmengen Chinas im vergangenen Jahr sowohl den Handelskrieg als auch die niedrigen Inlandspreise zu Beginn des Jahres wider. In den letzten Monaten hat die Unterbrechung des Lebendviehtransports als Reaktion auf die Afrikanische Schweinepest die Schweinefleischpreise im Süden des Landes erhöht.

Es scheint jedoch, dass aus den nördlichen Regionen derzeit noch ausreichend gefrorenes Fleisch zur Verfügung steht, sodass ein Anstieg der Nachfrage nach importierten Produkten eher nicht zu erwarten ist. Mehrere Organisationen rechnen mit einem deutlichen Rückgang der chinesischen Schweinefleischproduktion im Laufe dieses Jahres, was die Importnachfrage voraussichtlich beleben wird.

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