Verband der Fleischwirtschaft e.V. - VDF

Meldung vom 11.04.2014

Marktprognose für Rindfleisch in der EU

VDF, 11.04.2014 - Der Prognoseausschuss der EU für den Sektor Rindfleisch hat seine Markteinschätzung für das Jahr 2014 auf der Basis der Ergebnisse der Viehzählungen zum Jahresende 2013 und der gegenwärtigen Entwicklung auf dem Rindfleischmarkt aktualisiert. Die wichtigsten Aussagen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Bestände: Die vorliegenden Ergebnisse von Viehzählungen in den wichtigsten Erzeugerländern weisen hochgerechnet für die gesamte EU einen leichten Anstieg des EU-Bestandes gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % aus. Dabei stieg vor allem der Bestand an jungen Rindern (1-2 J.) um 2,7 %. Der Bestand an Kühen nahm im EU-Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 0,6 % zu. Der Rinderbestand in Deutschland ist um 1,4 % auf 12,6 Mio. Rinder gestiegen. In Frankreich sank der Bestand um 0,8 % auf knapp unter 19 Mio. Rinder.

Erzeugung: Nach dem Rückgang der EU-weiten Rindfleischproduktion im Jahr 2011 um 6 %, ist die Erzeugung in den Jahren 2012 und 2013 um jeweils etwa 4 % zurückgegangen.

Preise: Die Rindfleischpreise sind seit Mitte des Jahres 2010 für alle Kategorien stetig gestiegen. Im Jahr 2011 wurden die Rekorde der vergangenen 5 Jahre deutlich übertroffen. Ein neues Rekordhoch wurde auch im Jahr 2012 erreicht: Im Durchschnitt der alten EU-15-Länder sind die Preise für ausgewachsene männliche Rinder gegenüber dem Vorjahr um 11 % auf 3,87 €/kg gestiegen. Eine weitere kleine Steigerung (+1,3 %) erfolgte im Jahr 2013. Für das Jahr 2014 wird ein kleiner Rückgang um 1,3 % auf 3,87 €/kg prognostiziert. Für 2015 wird von einer ähnlich stabilen Preislage ausgegangen.

Importe: Der Importrückgang der Jahre 2011 und 2010 wurde im Jahr 2012 fortgesetzt. (-5 % auf 307.000 t). Im Jahr 2013 gab es vor allem aufgrund der Ausdehnung der Lieferungen aus Brasilien (+15 %) und Australien (+32 %) wieder einen Anstieg der EU-Importe (+9 % auf 334.463 t). Gut 43 % aller Einfuhren kamen aus Brasilien. Danach folgte Uruguay mit einem Anteil von 15,4 % und Argentinien mit 14,3 %. Die Lieferungen aus Argentinien, Neuseeland und der Schweiz verzeichneten z. T. kräftige Rückgänge.

Exporte: Nach der Verdoppelung der Exporte im Jahr 2010 v. a. wegen des Sonderfalls Türkei, stiegen die Exporte im Jahr 2011 um etwa ein Drittel weiter und beliefen sich auf 624.000 t. Im Jahr 2012 sanken die Exporte jedoch um fast 20 % auf 508.000 t. Ein weiterer Rückgang wurde im Jahr 2013 um rund 11 % verzeichnet. Niedrigere Produktion und hohe Rindfleischpreise haben zu dieser Entwicklung beigetragen. Seit 2010 ist die EU ein Nettoexporteur für Rindfleisch. Aufgrund der aktuellen Marktlage ist der Exportüberschuss in den vergangenen 3 Jahren allerdings immer geringer geworden.

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