Verband der Fleischwirtschaft e.V. - VDF

Meldung vom 02.03.2009

Polen – Niedrigster Schweinebestand seit 1970

Schweinbestände in Polen

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VDF, 02.03.2009 - Nach den jüngst veröffentlichten Daten des polnischen Amtes für Statistik (GUS) wurde bei der Zählung vom November 2008 der niedrigste Schweinebestand seit 1970 ermittelt. Insgesamt wurden 14,2 Mio. Schweine gezählt, 8 % weniger als im Juli 2008 und 19 % weniger als im November des Vorjahres. Verglichen mit dem Bestand vom Juli 2006 wurden rund 4,6 Mio. Schweine weniger gezählt.

Der kontinuierliche Bestandsrückgang war zumindest seit Bekanntwerden des starken Abbaus der Jungsauenbestände im Juli 2008 zu erwarten gewesen, allerdings nicht in dieser Größenordnung. Die bisherigen Bestandsprognosen bewegten sich eher zwischen 14,7 und 15,0 Mio. Schweine. Ebenfalls überraschend ist die Tatsache, dass der Zuchtsauenbestand weiterhin ungebremst abgebaut wird, obwohl die Rentabilität der Schweinehaltung sich seit dem letzen Sommer merklich verbessert hat.

Der Rückgang des Sauenbestands zwischen der Juli- und Novemberzählung (-6 %) deutet darauf hin, dass sich der Abbau der Schweinebestände zumindest bis zum kommenden Sommer weiterhin fortsetzen wird. Marktbeobachter rechnen mit einem weiteren Tiefpunkt der Schweinebestände, der sich zwischen 13,5 und 13,7 Mio. Stück bei der kommenden Viehzählung Ende März dieses Jahres bewegen wird. Sofern Schlachtschweine mit einem Gewicht von >50 kg vom Negativtrend betroffen sind, wird sich deren Anzahl bei der kommenden Märzzählung weiter nach unten bewegen und erst danach saisonbedingt allmählich wieder ansteigen. Eine Erholung vom Abwärtstrend wird erst im November 2009 zu erwarten sein.

Im Zuge dessen könnte die Schweinefleischproduktion in Polen 8-10 % niedriger ausfallen als im vergangenen Jahr. Bereits im Jahr 2008 lag die Produktion 10 % unter dem Vorjahresniveau. Auch für das laufende Jahr werden die Schlachtbetriebe und mit denen auch die Fleischverarbeiter die Knappheit an Schlachttieren deutlich zu spüren bekommen. Der schwache Wechselkurs des polnischen Zloty gegenüber dem Euro macht es den polnischen Unternehmen nicht leicht, Rohmaterial aus beispielsweise Dänemark, Deutschland oder den Niederlanden zu besorgen. Eine Weitergabe der Preiserhöhung an den Verbraucher erscheint unter den jetzigen Bedingungen als zwecklos.

Etwas besser stellt sich die Situation für die polnischen Schweineproduzenten dar: Trotz eines erwarteten Anstiegs der Futterpreise, sind die Ab-Hof-Preise für Schlachtschweine deutlich gestiegen und für 2009 wird ein weiterer erheblicher Anstieg prognostiziert auf ein Niveau von 25-30% über dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre.

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