Verband der Fleischwirtschaft e.V. - VDF

Meldung vom 27.09.2007

Schweinefleischmarkt China – Eckdaten und Aussichten

Anlage 1

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Anlage 2

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VDF, 27.09.2007 - Die nachstehenden Marktdaten und Schätzungen sind zusammengetragen aus verschiedenen Vorträgen bei der Welt Schweinefleisch Konferenz in Nanjing sowie ergänzt durch Daten aus einer Marktanalyse der Rabobank.

Anteil Chinas an der Weltproduktion von Schweinefleisch ca. 50 %
Anteil Chinas am Weltverbrauch von Schweinefleisch etwas über 50 %

Schweinehaltende Betriebe 108 Mio.
davon 80 % in Hinterhofhaltungen mit Abfallverwertung (1-5 Schweine)
15 % in leicht spezialisierteren Haltungsformen
5 % in kommerzieller Haltung

Bestandsentwicklung in den vergangenen 3 Jahren rückläufig
2005 503 Mio. Schweine
2006 494 Mio. Schweine
2007 395 Mio. Schweine
Gründe für diese Entwicklung: Tierseuche PRRS, hohe Futtermittelpreise

Schlachtungen 660 Mio. Schweine
davon 80 – 90 % Haus- oder Metzgerschlachtungen
10 – 20 % in Schlachtbetrieben (die Kapazitätsauslastung der großen
Schlachtbetriebe liegt bei ca. 50 %)
Fleischproduktion insgesamt 77,4 Mio. t
davon 64,7 % Schweinefleisch = 50,1 Mio. t

Fleischvermarktung
80 – 90 % ohne Kühlung auf örtlichen Märkten
10 - 20 % mit Kühlung im Einzelhandel
Aufgrund der vorherrschenden Vermarktungsbedingungen sind Lebensmittelbedingte Krankheiten und Todesfälle in China keine Seltenheit (s. anliegenden Artikel). Die Regierung hat Maßnahmen ergriffen, um die Lebensmittelsicherheit zu verbessern.

Preise Anstieg des Schweinfleischpreises Jan. 07 – Juli 07 ca. 85 %

Außenhandel
China war bis einschl. 2006 Nettoexporteur
Importmengen waren mit durchschnittl. 2.000 t/Monat gering
Seit Jan. 07 drastischer Anstieg der monatlichen Importmenge auf 9.000 t im Juli.
Lieferländer: Frankreich, USA, Dänemark, Kanada

Ziele der chinesischen Regierung sind:

  • 1. die Fleischproduktion in wenigen Jahren über den Nachfragezuwachs im Land hinaus zu steigern ( + 3 % p.a.) und zum Nettoexporteur zu werden.
  • 2. Qualität und vor allem Sicherheit von Fleisch drastisch verbessern. 2010 soll 90 % der Produktion unter HACCP-Bedingungen erfolgen (z.Z. 10 %).
  • 3. Strukturentwicklung fördern. Die Konzentration der Schweineerzeugung und Fleischproduktion soll in kurzer Zeit stark zunehmen. 2010 sollen 20 % der Produktion in großen Fleischbetrieben erzeugt werden.

    Zur Zielerreichung sind im aktuellen Fünfjahresplan (2006 – 2010) ca. 2,5 Mrd. Euro für den Um- und Ausbau der Schweinefleischproduktion vorgesehen.

Maßnahmen:

  • Hinterhofhaltungen abschaffen,
  • Großbetriebe mit kontrollierten Haltungsbedingungen aufbauen.
  • Kapazitäten der großen Schlachtbetriebe auslasten,
  • Ausbau der industriellen Fleischproduktion fördern.
  • Neue Hygienevorschriften für die Schlachtung und Fleischvermarktung sind bereits 2007 in Kraft getreten. Die Umsetzung und Kontrolle wird augenblicklich verstärkt.
  • SB-Vermarktung und industrielle Fleischverarbeitung werden gefördert.

Aussichten


Die Expertenmeinungen über die zukünftigen Entwicklungen am chinesischen Schweinefleischmarkt gehen auseinander. Sicher scheint zu sein, dass China in den kommenden Jahren einen zunehmenden Importbedarf haben wird. Die Fleischimporte werden jedoch streng reglementiert sein.

Die Einfuhruntersuchungen werden weiter intensiviert, bei Beanstandungen hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit werden Warensendungen zunehmend zurückgewiesen (erste Anzeichen hierfür liegen bereits vor (s. anliegenden Artikel).

Mittelfristig wird China seine Eigenproduktion mit staatlicher Unterstützung ausbauen und zu geringen Importmengen zurückkehren. Das Interesse der chinesischen Fleischwirtschaft gilt ebenfalls in erster Linie der Produktionssteigerung aus inländischem Angebot. Die großen Fleischunternehmen wollen sich nicht von Importen abhängig machen. Sie investieren in den Aufbau von großen Schweinemastanlagen und zielen auf eine integrierte Fleischerzeugung ab.

Angesichts der skizzierten Situation und der aktuellen Erkenntnisse von der Welt Schweinefleisch Konferenz in Nanjing, wird es für das BMELV weiterhin schwierig bleiben, die notwendigen Veterinärvereinbarungen für den deutschen Schweinefleischexport nach China auszuhandeln. Eine kurzfristige Einigung wird nicht zu erwarten sein. Ein Besuch des parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Müller anlässlich der Welt Schweinefleisch Konferenz hätte hieran vermutlich nichts ändern können, da von chinesischer Seite keine Gesprächspartner zur Verfügung standen. Selbst bei den Niederländern, die schon wesentlich länger mit der chinesischen Regierung in Verhandlungen stehen, gibt es noch keine abschließende Vereinbarung.

Ein nächster Schritt des BMELV wird mit einem Fachgespräch der Chefveterinäre beider Länder Ende Oktober in Peking erfolgen. Von deutscher Seite erhofft man sich, die letzten Zweifel an der Schweinepestsituation und -kontrolle (einschl. Wildschweine) bei der chinesischen Veterinärbehörde ausräumen zu können, um an dem gemeinsamen Protokoll weiterarbeiten zu können.

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