Verband der Fleischwirtschaft e.V. - VDF

Meldung vom 20.04.2007

Russland – Fleischimporte 2006

Russlands Fleischeinfuhren

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VDF, 18.04.2007 - Zum dritten Jahr in Folge sind die russischen Schweinefleischeinfuhren im Jahr 2006 trotz der gestiegenen heimischen Produktion um mehr als 11 % auf ein Gesamtvolumen von 625.700 t gestiegen. Während die Einfuhren aus Brasilien aufgrund von Tierseuchenproblemen um 41 % zurückgingen, nahmen die Lieferungen aus den EU-25-Mitgliedstaaten (insbesondere aus Dänemark und Deutschland), aber auch aus den USA und Kanada, deutlich zu. Die Einfuhren von frischem und gefrorenem Schweinefleisch aus Deutschland haben sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt, sie stiegen von 22.475 t auf rund 48.160 t (Produktgewicht).

Die Handelsdaten für das erste Quartal 2007 zeigen, dass die Importe weiterhin auf Wachstumskurs sind. Da die inländische Produktion jedoch ebenfalls steigt, führte das zu einem Preisverfall. Berichten zufolge sind die Preise in diesem Jahr teilweise um 30 bis 40 % gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Bei Rind- und Geflügelfleisch sind die Einfuhren Russlands im vergangenen Jahr um 4 bzw. 3 % hauptsächlich infolge der verringerten Versorgung des russischen Marktes aus Brasilien zurückgegangen. Wegen der argentinischen Exportsperre gingen die Rindfleischeinfuhren aus Argentinien zurück und konnten nur teilweise durch gestiegene Mengen aus Paraguay kompensiert werden.

Nicht zuletzt wegen des momentan starken Wechselkurses des Rubels haben sich die Fleischeinfuhren Russlands innerhalb eines Jahres wertmäßig verdoppelt. Steigende Einkommen in Russland geben der Nachfrage zusätzlich Auftrieb. Indessen wächst in Moskauer Regierungskreisen die Besorgnis über die generelle Zunahme der Agrarimporte. Präsident Putin hat eine Ursachenforschung angeordnet, Verstöße gegen die Einfuhrbedingungen sollen noch konsequenter geahndet werden. So haben die russischen Behörden in jüngster Vergangenheit mehrere Fleischlieferbetriebe aus den USA, Deutschland, Frankreich, Belgien sowie Brasilien und Uruguay gesperrt und dies mit Salmonellen-Funden begründet.

Einfuhren aus Polen und der Ukraine sind in Russland seit mittlerweile über einem Jahr komplett verboten. Diese Maßnahme, die mit angeblich illegalen Lieferungen von risikobehafteten Fleischerzeugnissen begründet wird, traf insbesondere den polnischen Schweinefleischsektor sehr hart. Im Jahr 2005 beliefen sich die polnischen Schweinefleischausfuhren nach Russland auf 13.000 t, und im Jahr 2004 waren es sogar 28.000 t. Bezüglich Ukraine schmerzten diese Maßnahmen am meisten den Rindfleischsektor, denn die Exportmengen der Jahre 2004 und 2005 beliefen sich auf 78.000 t bzw. 56.000 t.

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